Flipped Classroom im Fernunterricht

Es ist wieder Fernunterricht angesagt. Das bedeutet, dass alle Beteiligten mit und vor dem Bildschirm arbeiten. Aber nicht die ganze Unterrichtszeit, bitte! Asynchrones Lernen, flipped classroom, selbst organisiertes Lernen, Lernprodukte anstelle von Prüfungen erstellen u.v.a.m. sind didaktische Konzepte, die man jetzt unbedingt wieder oder genauer anschauen sollte.

Hilfestellungen dazu gibt es zahlreiche bspw. auch von Microsoft, die zahlreiche Kurse für Lehrpersonen anbietet. Und jedeR hat von seiner/ihrer Schule einen Mircorosft-Account, mit dem man kostenlos Zugang dazu erhält.

Da zahlreiche Lehrpersonen sowieso schon PowerPoint als Präsentationstool für ihren Unterricht nutzen, könnte man hier aufbauen und zwar wie folgt:

  • Den Input aufnehmen: Bildschirmpräsentation mit Audio und Video versehen
  • Am Schluss eine Folie mit einem Quiz aus Forms integrieren.
  • Präsentation als Video oder Bildschirmpräsentation (.ppsx) abspeichern.
  • Video auf Stream einer oder mehreren Klassen zur Verfügung stellen.
  • Input als Ressource einer TEAMS-Aufgabe zur Verfügung stellen.

Ich überprüfe immer wieder mal, ob ein live-Input notwendig ist oder ob ich den Video-Input bereits zur Vorbereitung zur Verfügung stellen soll. Bei letzterem würde dann die Videokonferenz (oder der Präsenzunterricht) dazu dienen, den vermittelten Input zu vertiefen, darüber zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen, die eigene Arbeit zu reflektieren. Flipped Classroom also.

Ausserdem finde ich diese Vorgehensweise sehr nützlich, wenn ich Parallelklassen habe und also die Unterrichtszeit mehrmals für denselben Vortrag verwenden würde. Es stimmt, Zeit spare ich keine, da die Aufnahme und das Bereitstellen des Films ebenfalls etwas Zeit beansprucht. Aber ich erhöhe die Lernzeit der Lernenden, denn nicht alle müssen zur selben Zeit meinen Input anhören – egal ob Fern- oder Präsenzunterricht – sondern können den Inhalt in der Gemeinschaft vertiefen (vgl. oben). Ganz abgesehen davon, haben sie die Chance, das Gesagte mehrmals zu hören, zu sehen und vielleicht gleichzeitig Schritt für Schritt umzusetzen. In ihrem Tempo, zu ihrer Zeit, in ihrer Umgebung.

Was wir im 1. Lockdown des vergangenen Jahres notfallmässig neu lernen mussten, ist heute wahrscheinlich bereits zur Routine geworden. Jetzt wäre also die ideale Zeit, Unterrichtskonzepte zu überdenken, unsere Didaktik mit den digitalen Möglichkeiten anzureichern und Pädagogik anders anzupacken.

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